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Mein Weg nach Ambach

Ab Januar 2017 werde ich in der Communität IHS mitleben und deshalb freue ich mich, Ihnen ein wenig über mich und meinen Weg nach Ambach zu erzählen.

Kindheit und Jugend bis zum Abitur verbrachte ich in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im pietistischen Nordschwarzwald in einer Kleinstadt. Meine Eltern führten das Hotel, das in der 7.Generation in der Familie war. Durch meine Ausbildung im Hotelmanagement in Lausanne in der Schweiz war der Grundstein für eine internationale Hotelkarriere gelegt, die zunächst auch erfolgreich begann. Als dann nach einigen Jahren mein neugeborener Sohn neben mir lag und sich mir die Frage aufdrängte, was ich diesem Kind nun an wirklich Wichtigem im Leben mitzugeben hätte, fiel mir nichts ein. Das hat mich zutiefst erschreckt und so begann ich meine Suche. Ich entdeckte eine tiefe Sehnsucht in mir, die nach ca. 4 Jahren in einer lebendigen Gottesbeziehung ihr Ziel fand.

Im Herbst 1995 entdeckte ich den Segen der Stille. - Ganz allein, während eines 5-tägigen Aufenthalts auf einem Bauernhof irgendwo in der Landschaft um den Kirchsee. Spazier-gänge, Bibelstudium und einfaches Sein füllten meine Tage aus und erfüllten mich mit einem tiefen Frieden.

Diese Erfahrung wollte ich teilen und für andere Möglichkeiten dazu schaffen. Damals war ich noch Mitglied in einer ev. Freikirche. So begann ich den Mitgliedern der Gemeinde die Stille „schmackhaft“ zu machen indem ich Stille Tage und Stille Wochenenden organisierte und durchführte. Ich begann Theresa von Avila zu lesen - und spürte tief in mir eine Resonanz. Um die Jahrtausendwende entdeckte ich die Exerzitien, zu denen ich mich dann auch jährlich anmeldete, zunächst in evangelischen Häusern der Stille.

Als mein Mann vor 17 Jahren starb war es für mich klar, dass ich keine Partnerschaft mehr suchen würde. Mein Ziel war und ist tiefer in die Gottesbeziehung hineinzuwachsen.

Weil immer mehr Menschen Gespräche mit mir suchten entstand der Wunsch, mir „Handwerkszeug zu beschaffen“, und so entschied mich eine Logotherapieausbildung zu machen. Durch die Logotherapie weitete sich mein geistiger Horizont - mein katholischer Weg begann. Er wurde konkret durch ein Wochenendseminar bei den Zisterzienserinnen in Oberschönenfeld ausgelöst. Ich lernte die benediktinische Spiritualität kennen, die mich sehr berührte. Da ich 3 weitere Semester sowie die Supervisionssemester bei Dr. Elisabeth Lukas in Kremsmünster (es gibt dort ein Benediktinerstift) machen konnte, wurde mir das Benediktinische immer mehr vertraut - und ich hatte den Eindruck, dass ich mit meiner spirituellen Sehnsucht in der katholischen Kirche eine Platz finden würde. Und so kam es, dass ich im Juli 2012 in St. Bonifaz in München gefirmt und in die katholische Kirche aufgenommen wurde. Aber mein Weg führte mich dann noch weiter - nach St. Michael. Dort lernte ich die ignatianische Spiritualität kennen in der ich mich mit meinem Weg nach kurzer Zeit wiederfand.

Parallel dazu wuchs in den vergangenen 20 Jahren in mir der Wunsch - und er nahm immer konkretere Formen an - in einem „Haus der Stille“ mitwirken zu können - Gastfreundschaft anzubieten im dem Sinn, in dem Romano Guardini dies formuliert hat: „einander Rast geben auf dem Weg nach dem ewigen Zuhause.......“ - und mich einer geistlichen Gemeinschaft anzuschließen. Als Dr. Gabriela Grunden in einer Fastenpredigt - ich glaube es war 2013 - ihre Gemeinschaft, die Communität IHS in Ambach vorstellte, schlug mein Herz höher - das war genau das, was ich mir vorstellte: miteinander Glauben leben im Alltag, in aller Einfachheit, das Haus (und das Herz) öffnen für andere Menschen die auf den Weg sind, und offen sein für die Aufgaben und Herausforderungen die daraus erwachsen. Seit letzten November haben wir einander Gelegenheit gegeben uns näher kennenzulernen und finden, dass wir gut zusammen passen. Ich freue mich darauf, mit den anderen Schwestern unserer je eigenen Sehnsucht zu folgen und diesen lebendigen Glauben, der unser gemeinsames Fundament ist, in unserem Miteinander konkret werden zu lassen.

Und ich freue sehr auf eine Begegnung mit Ihnen, wenn Sie nach Ambach kommen.

 

Christine Marbeiter

Wir sind eine ignatianische Gemeinschaft.

Zu unserer Spiritualität gehört ein einfacher Lebensstil, das tägliche Hören auf Gottes Wort, im Gottesdienst, im Alltag, im Gebet, in der Gastfreundschaft, in den täglichen Begegnungen und der Arbeit.

Unsere Gemeinschaft trägt den Namen IHS*, ein altes christliches Logo. Und darum geht es uns: Jesus Christus nachfolgen mit unserem Leben.

Zur Zeit leben wir zu viert in der Communität. Wer sich uns anschließen möchte, oder eine Zeitlang mitleben möchte, ist herzlich willkommen.

* IHS nach dem Franziskaner Bernhardin von Siena (1380-1444) ein altes Christus-Monogramm

Impressionen

Ein paar Bildeindrücke von unserem Haus und der Umgebung:

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie.